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Stammrosen im Ablauf der Zeit

Von der strengen Gartengestaltung bis zum herausragenden Solitär

Während die Rose als eine unserer ältesten Kulturpflanzen schon sehr früh Erwähnung fand, zum Teil sogar in antiken Aufzeichnungen, ist die Variante der Stammrose noch eine recht junge: Ihre Blütezeit war im 18. und 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurde sie erfunden, damit die Damen auch trotz ihrer großen und weiten Reifröcke an den Rosen schnuppern konnten – schließlich war ein Bücken zu tiefer wachsenden Rosen aus modischen Gründen nicht möglich, während die duftenden Blüten bei Stammrosen frei zugänglich waren, da im unteren Bereich frei von störenden Äste oder Dornen.

Die Stammrose – meist als Hochstammrose – wurde sehr schnell in die Gartengestaltung einbezogen, so dass sich auch Thomas Nietner, seines Zeichens königlicher Hofgärtner in Potsdam, in seinem 1880 veröffentlichten Buch über ‚Die Rose – ihre Geschichte, Arten, Kultur und Verwendung’ zu ihr äußerte. Ein ganzes Kapitel hat er dem Setzen der Stammrosen gewidmet, von der fluchtgerechten Anordnung der mattgrün gestrichenen Rosenpfähle bis zum Einschlagen derselben in exakt einheitlicher Höhe: „ Für einen Rosengarten in regelmässiger Form ist das eine sehr wichtige Arbeit, die nicht correct genug ausgeführt werden kann,“ betont Nietner. „ Denn nichts beleidigt ein an Ordnung und Genauigkeit gewöhntes Auge mehr, als täglich wieder und immer wieder einen schiefen oder mit anderen nicht fluchtenden Pfahl zu sehen; ein Fehler, dem oft, wenn erst gepflanzt ist, gar nicht, oder nur mit grossen Schwierigkeiten abgeholfen werden kann.“

Aus diesen Worten spricht der Geist, in dem Stammrosen damals gesehen wurden – als herausragende Elemente einer äußerst strengen Gartengestaltung, wovon auch die Abbildung des Neuen Rosengartens beim Marmor-Palais zu Potsdam berichtet: Ebenso wie auf der Abbildung des französischen Rosariums von L’Hay sehen wir den Nietner’schen Rosengarten als eine grafisch exakte Komposition, in die sich die Stammrosen präzise einfügen.

Dass dies manchmal auch auf Kosten der Pflanzen gehen kann, nimmt der königliche Hofgärtner billigend in Kauf: „Hat zwar eine solche Unregelmäßigkeit in Bezug auf die Höhe an und für sich weit weniger zu sagen, da sie leichter zu beseitigen, so bin ich doch dafür, auch hier dem Schönheitsgefühl mehr Rechnung zu tragen, selbst auf Kosten einzelner Pflanzen; wir meinen damit, z. B. den vorderen Reihen eines Rosenbeets Pfähle gleicher Höhe zu geben, müsste man auch einige derselben weit über die Krone der nicht passenden Rosen hinausragen lassen und andere Stämmchen tiefer pflanzen, als ihnen für gewöhnlich gut, weil man die passenden Höhen an Rosen nicht hat. Kurz – man sollte in einer regelmässigen, symmetrischen Anlage jede Unregelmäßigkeit auf das sorgsamste zu vermeiden oder wenigstens nach Kräften abzuschwächen suchen.“

Diese Strenge in Sachen Stammrosen resultierte aus dem damals vorherrschenden Wunsch, sich die Natur im Rahmen von Gartengestaltungen unbedingt Untertan machen zu wollen. Entsprechend waren Stammrosen oft auch in Verbindung mit den strengsten Elementen eines Gartens zu sehen, den Wegen, die sie spalierartig begrenzten. Als Variante fand sich manchmal auch die Zwischenpflanzung von Kletterrosen, deren Triebe dann wie Girlanden mit den rechts- und linksstehenden Stammrosen verbunden wurden, um den Begrenzungscharakter der Stammrosen noch weiter zu betonen.

Daneben gab es auch Gartenkonzepte, die die Stammrose wegen der erhöhten Lage ihrer Blüten als Gestaltungselement nutzten und in komplexe Beetkompositionen einbanden: In der Anlage des Gartens der Villa Gamberaia in Settignano bei Florenz verlor die Stammrose an Strenge, indem sie in abwechslungsreicher und gleichberechtigter Nachbarschaft mit Lilien und Oleander gepflanzt wurde. Die Rolle der Ordnung übernahmen hier Buchsbaumeinfassungen. Aus etwa derselben Zeit stammt die Abbildung des Leipziger Hausgartens, in dem sich der Einsatz der Stammrosen bereits weiter verändert hat: Hier haben sie keinen ordnenden Charakter mehr, sondern erfüllen mit ihren höher stehenden Blatt- und Blütenbereichen – im Bild ganz rechts außen – die Aufgabe, die Grundstücksgrenze zur Mauer des Nachbarn zu begrünen und zu kaschieren.

Heute erleben wir die Stammrose in ihren verschiedenen Größen meist als besonderen Akzent und Höhepunkt einer Gartengestaltung – fern von strengen Abgrenzungen und Richtlinien: Auf den immer kleiner werdenden Grünflächen sorgt sie für herausragende Akzente, indem sie die Höhe über den Pflanzflächen nutzt. Umgeben beispielsweise von Gräsern oder Lavendelsträuchern entstehen blühende Inseln, die die Blicke auf vielfältige Weise auf sich ziehen.

Auch in Töpfen sind Stammrosen häufiger anzutreffen, meist auf Terrassen oder Balkonen, wo kein Platz für einen ganzen Rosengarten wäre.

Wir danken dem Rosenmuseum, das ebenfalls in Steinfurth ansässig ist, für den Zugang zu seinem Archiv, was für die Erstellung dieses Textes unerlässlich war.

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